Kurz nachdem Piwill den beiden Mädchen, Leni und Mira, ins Traumland geholfen hatte, schwebte er leise davon. Er war ein wenig müde von all den Abenteuern und wollte sich irgendwo ausruhen.
So glitt er durch den Fragenwald – einen besonderen Ort, an dem Gedanken wachsen wie Blätter und leise Warum? und Was wäre, wenn...? zwischen den Zweigen flüstern.
Gerade als Piwill sich auf einem dicken Moosbett ausruhen wollte, hörte er eine Stimme.
„Und dann stelle ich eine Tasse auf den Kopf – und verkaufe sie als Lachenfänger! Oder wie wär's mit einem Unsinn-Anker? Für Kinder, die zu sehr schweben vor Freude!“
Verblüfft blickte Piwill sich um. Dort stand ein wuscheliges, rundliches Wesen mit großen Ohren, einem Horn, das leicht schief saß, und einem Grinsen über das ganze Gesicht.
„Oh! Hallo!“, rief das Wesen fröhlich. „Ich bin Fluschel! Ich bin ein Einhörnchen und eröffne bald meinen Unsinn-Shop. Willst du meine fünfzehnte Idee hören? Oder lieber die siebte?“
Piwill kicherte. „Ich bin Piwill. Ich erzähle Geschichten, um Kinder zum Träumen und Lächeln zu bringen.“
Fluschel klatschte begeistert in die Pfoten. „Dann machen wir ja fast das Gleiche! Ich mit Unsinn, du mit Fantasie! Wir könnten deine Geschichten in meinem Shop gegen Schokolade tauschen! gegen Lachen mit Herz und Kopf!“
Und so verbrachten Piwill und Fluschel die ganze Nacht im Fragenwald. Sie bauten mit Worten, lachten über unmögliche Erfindungen wie Marmeladen-Fernrohre und fliegende Pantoffeln, und dachten sich Geschichten aus, wie es echte Freunde eben so machen.
Als der Morgen kam, saßen sie Rücken an Rücken, Piwill schimmernd, Fluschel flauschig – und beide ein kleines bisschen glücklicher als zuvor.
Denn manchmal braucht es nur eine verrückte Idee und ein Lächeln, um einen Freund fürs Leben zu finden.