Das Einhörnchen Fluschel
Fluschel ist… tja… ein Einhörnchen. Ja, du hast richtig gehört! Nicht ganz Einhorn, nicht ganz Eichhörnchen – sondern genau die richtige Mischung aus beidem. Er hat ein wuscheliges Schwänzchen, wie Zuckerwatte, ein winziges, schimmerndes Horn auf der Stirn, das manchmal blinkt, wenn er aufgeregt ist – und große, kullerige Augen, in denen ganze Wolkenpaläste spazieren gehen könnten.
Doch Fluschel ist kein gewöhnliches Waldbewohner-Wesen. Nein, Fluschel hat’s faustdick hinter dem flauschigen Ohr!
Er ist verträumt wie ein Kirschkern im Winterschlaf, ein bisschen tollpatschig – so wie ein Schmetterling mit zwei linken Flügeln – und steckt voller verrückter Ideen, die meistens keinen Sinn machen, aber dafür umso mehr Freude!
Er hat eine fürchterliche Nussallergie – ein ziemliches Problem, wenn man im Wald lebt, wo ständig Nüsse von den Bäumen plumpsen wie Regentropfen. Und dann hat er auch noch Höhenangst! Darum hat er sein Baumhaus nur vier Zentimeter über dem Boden gebaut. So kann er sagen: „Ich wohn im Baumhaus!“, ohne jemals eine Leiter steigen zu müssen.
Sein Baumhaus hat Fenster aus Bonbonpapier, Vorhänge aus Pusteblumen und eine Klingel aus einer alten Teetasse, die pling! macht, wenn man sie antippt.
Und wo schläft Fluschel? Natürlich in einer Hängematte – aber nicht irgendeine! Seine Hängematte schaukelt zwischen zwei Gänseblümchenstielen und knarzt, wenn er träumt. (Denn Fluschel träumt sehr schwer – meistens von fliegenden Kakaokeksen oder sprechenden Radiergummis.)
Jetzt fragst du dich vielleicht: Wovon lebt so ein träumerisches Einhörnchen eigentlich?
Ganz einfach: von Schokolade – und zwar in allen Farben und Formen!
Zartbitter, rosa Glitzer-Knusper, Regenbogen-Karamell und natürlich: Unsinn-Nuss-Schokolade (ohne Nüsse, versteht sich).
Um sich seinen täglichen Schokovorrat zu verdienen, betreibt Fluschel einen geheimen Buchladen, gut versteckt zwischen zwei Farnblättern hinter einer Schneckenspurenstraße. Er heißt:
„Fluschel's Unsinn Shop“
Dort verkauft er alles, was nach Abenteuer riecht:
Bücher über pieksige Pusteblumenpiraten, Aufkleber von tanzenden Regenwürmern, Malbücher, die flüstern können, und natürlich Geschichten – von ihm selbst, von Piwill, seinem besten Freund, Suki dem japanischen Plüsch-Spinnen Mädchen, Ethal und der Kürbisprinzessin, Mira, Jola, Folorian und Leni (die mit Milch sprechen kann) und natürlich der verrückten, weiß-lila Ente Bockbock.
Kinder, die den Weg zu Fluschel finden – und das tun nur jene, die ein bisschen an Zauberei glauben – dürfen sich eine Geschichte wünschen. Und Fluschel? Der kichert dann leise, öffnet ein knisterndes Buch mit dem Fuß (weil seine Hände gerade eine Schokolade halten), und beginnt zu erzählen...
So und auch ganz anders beginnen Geschichten mit Fluschel – dem Einhörnchen, das nicht höher wohnt als sein Herz hüpfen kann, und dessen Unsinn die Welt ein bisschen bunter und lustiger macht.
Und nun liebe Freunde, lasst uns die Hängematte anschubsen, die Fantasie aufsatteln, und mit Fluschel die Welt ein bisschen alberner machen...