Es war spät im Flüsterwald.
Die Glühwürmchen flackerten schläfrig durch die Äste, und in Fluschels Baumhaus – das nur wenige Zentimeter über dem Waldboden thronte – war eigentlich schon alles bereit für den Schlaf.
Fluschel, das verträumte Einhörnchen mit Schokoladenatem und Glitzer im Schweif, seufzte leise in seine Hängematte hinein.
„Was für ein Tag …“, murmelte er.
Heute hatte er Murmelblasen verkauft, einen fliegenden Kakao gerettet, und Folorian erklärt, warum der Regen immer noch ein bisschen nach Pudding riecht.
Und trotzdem…
schlief er nicht.
Sein Kopf war noch voller Wirbelwindgedanken, die sich gegenseitig den Schwanz jagten:
Habe ich das Bonbonfass verschlossen? Was, wenn Bockbock in den UnsinnShop reinplatzt? Und wie viele Freundschaften passen eigentlich in einen Waffelbecher?
Da—
ein kribbel-krabbel, kitzel-kleines Gefühl auf seinem Bauch.
Fluschel blinzelte.
Er sah nach unten.
Suki.
Das japanische Plüsch-Spinnen-Mädchen.
Ganz schwarz, mit kleinen grauen Flecken auf dem Rücken – wie Puderzucker auf Schokokeksen. Ihre acht Beinchen bewegten sich fast lautlos, ihre Knopfaugen funkelten schüchtern.
Sie sah Fluschel an, kicherte leise, dann flüsterte sie in ihrem sanften, holprigen Deutsch-Japanisch:
„Zu viele Gedankens, ne? Kopf wie Karussell. Aber du bist da. Ich auch.“
Fluschel lächelte müde.
„Suki… manchmal wünsch ich mir, ich könnte mein Gehirn ausziehen wie einen Pullover.“
Suki giggelte und ließ sich auf seiner Brust nieder.
Dann spannte sie ein kleines, zartes Netz zwischen ihnen beiden – es war ein Lächeln.
Ein Netz-Lächeln, gewebt aus Trost und Unsinn, mit einem Faden aus Sternenstaub und Liebhaben.
Sie kuschelte sich in den Flausch seines Bauches, zog ihre Beinchen an und flüsterte, ganz leise:
„だいすきだよ… Daisuki da yo.“
(Hab dich lieb.)
Fluschel schloss die Augen, sein Atem wurde ruhiger.
„Ich dich auch, Suki.“
Und so schliefen sie ein – mit dem tollsten Gemütlichkeitszauber, dem Kuscheln.
das Einhörnchen mit den Glitzeraugen und die Spinne mit den Netzen aus Lächeln.
Und irgendwo im Dunkel der Nacht, ganz leise, nuschelte Fluschel noch:
„Und so geht Freundschaft… der beste Unsinn überhaupt.“